2012
Verwundlung 8 mal
Well, you know or don't you kennet or haven't I told you every telling has a taling and that's the he an the she of it. Look, look, the dusk is growin!
[James Joyce]
2012
Well, you know or don't you kennet or haven't I told you every telling has a taling and that's the he an the she of it. Look, look, the dusk is growin!
[James Joyce]
Micro-Performance
seeyou .2 [Regina Buchli/Markus Fischer]
«Auf dem Photo ist Silvia neunzehnjährig. Sie erscheint als Büste, en face, ein graugrünes Leibchen tragend. Man könnte sie für unscheinbar halten. Der Ausdruck des Gesichts ist schwer zu bestimmen. Es steht darin etwas von Unschuld und Jugend geschrieben, gleichzeitig aber ein Anflug von Schmerz und Müdigkeit, als kenne sie die Welt. Diese widersprüchlichen Regungen liegen im Hintergrund einer weitgehend passiven Mimik. Im Prozess des Photographierens scheint sie innerlich wie erstarrt. Die defensiven Kräfte sind wachgerufen, eine Maske ist über das Gesicht gekrochen. Silvia hält die Luft an, bis das Kameraauge von ihr genommen wird. Die Brust spannt sich, und die Geometrie ihrer Knochen tritt angestrengt hervor. Wie sie da verharrt und den Betrachter mit einem Anflug von Trotz und Würde auf Distanz hält, weckt ferne Erinnerungen an die Frauen von Piero della Francesca. Auch diesen ist jede augenblickshafte Regung fern. Unbekümmert um ihr gewöhnliches Aussehen, treten sie dem Betrachter in feierlich frontaler Pose gegenüber.»*
Mit diesen Worten wird Silvia beschrieben, auf der Fotografie, welche Franz Gertsch als Vorlage für sein Portrait diente. Es ist kein Versäumnis, dass wir die beschriebene Fotografie hier nicht anfügen, es ist vielmehr in unserer Absicht die Beschreibung zu isolieren. Selbstverständlich haben wir uns mit Silvias Portrait vertieft beschäftigt. Diese Auseinandersetzung hat uns letztlich zur zitierten Beschreibung geführt. Wir wollen nun aber gewissermassen den umgekehrten Weg gehen. Wir entfernen uns wieder vom bereits gemalten Portrait, zurück zur Fotografie, welche als Vorlage diente und abstrahieren weiter zu dessen Beschreibung. Hier finden wir nun die freie Fläche, die wir benötigen um zu Fragen: Wer ist «Silvia»?
*Norberto Gramaccini, Franz Gertsch–Silvia/Chronik eines Bildes
C'EST ÇA: Wo, woher träumen wir im Grunde?
Unter dem Titel «see you» treffen sich Tanz und Musik zu gelegentlichen Performances. Ziel dieser Begegnungen ist die spielerische Suche nach neuen Formen des AusdruckS, die gegenseitige Inspiration und nicht zuletzt das Ausleben der Spielfreude selbst.
Grundsätzlich steht die freie Improvisation, die Reaktion auf gegenseitige Impulse im Vordergrund. Um den Improvisationen einen prinzipiellen Kontext zu geben, werden zunächst in der Regel primäre Motive festgelegt. Diese Motive definieren die grundlegende thematische Ausrichtung und damit eine minimale Struktur. Über dieser Struktur können nun die Variationen frei Angelegt werden, das Spiel beginnt.
Mit «Matters» bezeichnen wir eine Sammlung choreografischer Motive. Diese Motive entstehen in der Regel in freier Improvisation und sind intuitive Reaktionen auf einen initialen Impuls. Dieser auslösende Impuls kann ein auffälliges äusseres Ereignis, eine aufkommende Emotion oder letztlich auch ein beliebiger sinnlicher Reiz sein. Gemeinsam ist diesen Motiven der assoziative Charakter und die Form des Monologes; also die Form einer Rede, gerichtet an eine imaginäre Person [und so, an jedes Gegenüber]. Diese Monologe sind Entäusserungen einer inneren Unruhe, sind Versuche den Gedanken und Emotionen Form zu geben und sich so Gehöhr zu verschaffen.
Matters Variation: Builder Bloomberg